Porträtaufnahme einer Person mit heller Kappe vor einem weichgezeichneten Hintergrund aus Blüten in Rosatönen. Rechts im Bild steht der Schriftzug „VENA“.
EINBLICKE - GESELLSCHAFT UND ANTISTIGMA
Filmriss 2025: Suchterkrankungen im Fokus
Kino als Plattform für Aufklärung und Begegnung
Mit der Veranstaltungsreihe „Filmriss in Mittelfranken“ engagierten sich die Bezirkskliniken Mittelfranken auch im Jahr 2025 gemeinsam mit dem Krisendienst Mittelfranken und den Psychosozialen Suchtberatungsstellen für mehr Aufklärung über Suchterkrankungen. Die Initiative verbindet die emotionale Kraft des Films mit fachlicher Information und persönlichem Austausch. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Menschen für die Herausforderungen von Suchterkrankungen zu sensibilisieren, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für Betroffene und deren Angehörige zu fördern.
Ein Film über Abhängigkeit, Hoffnung und Veränderung
Im Mittelpunkt der diesjährigen Reihe stand der mehrfach ausgezeichnete Spielfilm „VENA“ der Regisseurin Chiara Fleischhacker. Das bewegende Sozialdrama erzählt die Geschichte der jungen Jenny, die mit einer Suchterkrankung, einer schwierigen Lebenssituation und der bevorstehenden Geburt ihres Kindes konfrontiert ist. Der Film zeigt eindrucksvoll die Wechselwirkungen zwischen Sucht, familiären Belastungen, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Gleichzeitig vermittelt er Hoffnung und macht deutlich, wie wichtig Unterstützung, Vertrauen und professionelle Hilfen auf dem Weg aus der Abhängigkeit sein können.
Fachlicher Austausch nach der Filmvorführung
Ein besonderer Mehrwert der Veranstaltungsreihe lag in den anschließenden Gesprächsrunden mit Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie und Sozialpädagogik. Sie griffen die im Film dargestellten Themen auf, ordneten diese fachlich ein und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Dadurch wurden nicht nur medizinische und therapeutische Aspekte von Suchterkrankungen beleuchtet, sondern auch soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge diskutiert.
Die Gespräche eröffneten den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich mit den vielfältigen Ursachen und Folgen von Abhängigkeitserkrankungen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig wurden Unterstützungs- und Beratungsangebote in der Region vorgestellt, um Betroffenen und Angehörigen konkrete Orientierung zu geben.
Präsenz in der gesamten Region
Mit insgesamt acht Veranstaltungen an unterschiedlichen Standorten erreichte „Filmriss“ erneut ein breites Publikum in ganz Mittelfranken. Die Filmvorführungen fanden in Nürnberg, Erlangen, Neustadt an der Aisch, Fürth, Altdorf, Ansbach, Weißenburg und Schwabach statt. Durch die dezentrale Ausrichtung konnten Interessierte in der gesamten Region das Angebot wohnortnah wahrnehmen.
Die hohe regionale Präsenz unterstreicht den Anspruch der Veranstalter, suchtbezogene Präventions- und Aufklärungsarbeit nicht nur in den großen Zentren, sondern flächendeckend in Mittelfranken sichtbar zu machen. Damit leistet die Reihe einen wichtigen Beitrag zur Information der Bevölkerung und zur Vernetzung der verschiedenen Akteure im Suchthilfesystem.
Gemeinsam gegen Stigmatisierung
Suchterkrankungen gehören nach wie vor zu den psychischen Erkrankungen, die in der Gesellschaft häufig mit Vorurteilen und Ausgrenzung verbunden sind. Viele Betroffene scheuen aus Angst vor Ablehnung den Weg in professionelle Hilfsangebote. Die Veranstaltungsreihe „Filmriss“ setzt genau hier an: Sie schafft einen offenen Rahmen, in dem über Suchterkrankungen gesprochen werden kann, und fördert eine differenzierte Sicht auf die Lebensrealität der Betroffenen.
Durch die Verbindung von Kultur, Aufklärung und Dialog gelang es auch 2025, das Thema Sucht einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Die Bezirkskliniken Mittelfranken leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer und suchtbedingter Erkrankungen und stärkten zugleich das Bewusstsein für die Bedeutung eines gut vernetzten Hilfesystems.
Nachhaltiges Engagement für seelische Gesundheit
Die erfolgreiche Fortführung von „Filmriss“ verdeutlicht das Bestreben der Bezirkskliniken Mittelfranken, gesellschaftlich relevante Themen der psychischen Gesundheit auch außerhalb des klinischen Alltags aufzugreifen. Die Reihe fördert den Wissenstransfer zwischen Fachleuten und Öffentlichkeit, stärkt das Verständnis für psychische Erkrankungen und trägt dazu bei, Schwellenängste gegenüber Beratung und Behandlung abzubauen. Damit ist „Filmriss“ ein wichtiger Baustein der Öffentlichkeitsarbeit.