Grafische Darstellung eines Kopfes aus weißen Puzzleteilen vor blauem Hintergrund. Einige Puzzleteile fehlen und schweben um den Kopf, während zwei Hände die Darstellung seitlich umrahmen.
EINBLICKE - GESELLSCHAFT UND ANTISTIGMA
Wenn das Gedächtnis nachlässt
Erfolgreicher Messeauftritt der Bezirkskliniken Mittelfranken auf der ConSozial 2025
Es beginnt leise: Ein Termin gerät in Vergessenheit, ein Schlüssel verschwindet, ein Name fällt nicht ein. Nicht jede Vergesslichkeit ist eine Demenz. Doch wenn sich Gedächtnislücken häufen, wenn Orientierung, Sprache oder Alltag schwerer fallen, kommt es auf frühzeitige Hilfe an. Die Bayerische Demenzwoche bot im September 2025 Gelegenheit, über erste Anzeichen, Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützung für Angehörige zu informieren. Die Bezirkskliniken Mittelfranken beteiligten sich mit einem Vortragsabend in der Ansbacher Karlshalle.
Prof. Dr. Mathias Zink, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Ansbach, sprach zum Thema „Zweifel am Gedächtnis: Wie bekomme ich Hilfe?“. Im Mittelpunkt stand eine Botschaft, die vielen Menschen Mut machen kann: Eine frühe Diagnose schafft Klarheit und eröffnet Behandlungsmöglichkeiten. Medikamente können helfen, im Alltag besser zurechtzukommen. Auch Bewegung sowie Ergo-, Musik- und Kunsttherapie tun gut: Sie stärken Aktivität, Orientierung sowie Lebensqualität und mildern Unruhe oder Rückzug.
Demenz betrifft nie nur einen Menschen. Auch Angehörige brauchen Wissen, Orientierung und Entlastung. Feste Routinen, ein strukturierter Tagesablauf und ein sicheres häusliches Umfeld geben den Betroffenen Halt. Ebenso wichtig ist es, Veränderungen im Verhalten richtig einzuordnen. Wenn Menschen mit Demenz unruhig, zurückgezogen oder gereizt reagieren, steckt dahinter oft keine Absicht, sondern Überforderung oder Orientierungslosigkeit. Prof. Zink rät pflegenden Angehörigen deshalb, sich früh fachkundige und kontinuierliche Unterstützung zu suchen, etwa durch Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen.
Dazu passte der zweite Vortrag des Abends: Anna Schmidt, Pflegedienstleitung am Bezirksklinikum Ansbach, gab praktische Tipps für das Leben mit demenzerkrankten Menschen. Ergänzend konnten sich Betroffene, Angehörige und Interessierte an einem Info-Marktplatz im Foyer der Karlshalle beraten lassen. Dort waren neben den Bezirkskliniken Mittelfranken auch der Pflegestützpunkt der Stadt Ansbach, die Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken sowie Kiss Mittelfranken vertreten.
Das Bild zeigt v.l.n.r. Chefarzt Prof. Dr. Mathias Zink, stellv. Pflegedienstleitung Hubert Weeger sowie Anna Schmidt, Pflegedienstleitung in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Ansbach.
Bayerische Demenzwoche 2026
Die Bayerische Demenzwoche 2026 findet vom 18. bis 27. September 2026 statt.
Die Veranstaltung soll die Bevölkerung für Demenz sensibilisieren und die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verbessern.