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EINBLICKE - GESELLSCHAFT UND ANTISTIGMA

21. Forum Essstörungen

Aufklärung über ein komplexes Krankheitsbild

Essstörungen zählen insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Um das Bewusstsein für diese Erkrankungen zu stärken und den Austausch zwischen Fachleuten, Betroffenen und Interessierten zu fördern, veranstalteten das Bezirksklinikum Ansbach und die Beratungsstelle „Strohhalm“ am Gesundheitsamt Ansbach im November 2025 das 21. Forum Essstörungen. Die etablierte Veranstaltungsreihe bietet seit vielen Jahren eine Plattform, um über Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten von Essstörungen zu informieren und den offenen Dialog über das Thema zu fördern.

Neue Perspektiven durch Literatur

Im Mittelpunkt des diesjährigen Forums stand eine Lesung aus dem Roman„9 Grad“ der Autorin Elli Kolb. Die Schriftstellerin, die selbst Erfahrungen mit einer Essstörung gemacht hat, schildert in ihrem Werk die innere Auseinandersetzung mit Körperwahrnehmung, Selbstakzeptanz und persönlicher Heilung.

Anders als viele sachorientierte Darstellungen von Essstörungen richtet der Roman den Blick auf die emotionalen Erfahrungen der Betroffenen. Anhand der Geschichte der Protagonistin Josie wird deutlich, wie eng Selbstbild, psychische Belastungen und die Suche nach einem positiven Körpergefühl miteinander verbunden sind. 

Die Lesung eröffnete den Besucherinnen und Besuchern einen besonders persönlichen und emotionalen Zugang zu einem Krankheitsbild, das häufig von Missverständnissen und Vorurteilen geprägt ist.

Erfahrung, Austausch und Reflexion

Ein zentrales Anliegen des Forums war es, unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Essstörungen sichtbar zu machen. Im Anschluss an die Lesung hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, mit der Autorin sowie mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Die Diskussionsrunde bot Raum für Fragen, persönliche Erfahrungen und einen offenen Austausch über die Herausforderungen, die mit einer Essstörung verbunden sein können.

Durch die Verbindung von Betroffenenperspektive und fachlicher Expertise entstand ein vielschichtiger Blick auf die Erkrankung. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig Verständnis, Unterstützung und frühzeitige Hilfsangebote für den Genesungsprozess sind.

Fachliche Einblicke in Diagnostik und Behandlung

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch einen Kurzvortrag von Mitarbeitenden der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Ansbach. Dabei erhielten die Besucherinnen und Besucher Informationen über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Essstörungen sowie über aktuelle Behandlungs- und Therapieansätze.

Vorgestellt wurde zudem das interdisziplinäre Behandlungskonzept der Klinik, bei dem Fachkräfte aus Medizin, Psychologie, Pflege, Sozialpädagogik und Psychotherapie eng zusammenarbeiten. Dieser ganzheitliche Ansatz trägt den vielfältigen körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen von Essstörungen Rechnung und ermöglicht eine individuelle Begleitung der Patientinnen und Patienten.

Gemeinsam für Prävention und Unterstützung

Das Forum machte zugleich auf die bestehenden Unterstützungsangebote in der Region aufmerksam. Die Beratungsstelle „Strohhalm“ bietet Betroffenen und Angehörigen einen niederschwelligen Zugang zu Beratung, Gruppenangeboten und weiterführenden Hilfen. Darüber hinaus engagiert sie sich mit Präventionsangeboten und Informationsveranstaltungen an Schulen und anderen Einrichtungen.

Ein Beitrag zur Aufklärung und frühzeitigen Hilfe

Mit dem 21. Forum Essstörungen setzten die Bezirkskliniken Mittelfranken ihr langjähriges Engagement in der Aufklärung über psychische Erkrankungen fort. Die Veranstaltung verbindet persönliche Erfahrungen, fachliche Informationen und offenen Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften. Dadurch wird nicht nur Wissen über Essstörungen vermittelt, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung gestärkt. Das Forum leistete somit einen wichtigen Beitrag, Hilfsangebote sichtbar zu machen und Betroffene auf ihrem Weg zu Unterstützung und Genesung zu ermutigen.