EINBLICKE - MENSCHEN UND ARBEITSWELT
Klinikum am Europakanal erhält Inklusionspreis JobErfolg
Freistaat Bayern würdigt gelebte Teilhabe im Arbeitsalltag
Es gibt Auszeichnungen, deren größter Erfolg darin bestünde, irgendwann überflüssig zu werden. Inklusionspreise gehören dazu. Denn eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Menschen mit Behinderung Teil des Arbeitslebens sind. Ganz so weit ist die Gesellschaft noch nicht. Im Klinikum am Europakanal hingegen ist Inklusion längst Alltag. Für sein Engagement in der beruflichen Teilhabe erhielt das Erlanger Klinikum 2026 den Inklusionspreis JobErfolg des Freistaats Bayern.
Das Klinikum zeigt, wie Inklusion im Arbeitsleben gelingt. Menschen mit Behinderung arbeiten dort in vielen Bereichen – im Service, in der Hauswirtschaft, im ärztlichen Dienst und in der psychologischen Ausbildung. Eine besondere Rolle spielt die Teilhabe gehörloser und hörgeschädigter Mitarbeitender. Das Klinikum bietet ihnen ein Umfeld, das seit Jahren auf barrierearme Kommunikation setzt.
Birgit Schuppener, Inklusionsbeauftragte der Bezirkskliniken Mittelfranken, ist zentrale Ansprechpartnerin für berufliche Teilhabe und Gleichstellung im Klinikverbund. Für sie würdigt der Preis nicht nur das Engagement des Klinikums, sondern spiegelt auch den Anspruch der Bezirkskliniken Mittelfranken wider.
Der Preis ist eine wertvolle Anerkennung für alle, die Inklusion bei uns täglich leben. Er zeigt, was möglich wird, wenn Vielfalt im Alltag selbstverständlich ist und Menschen einander offen begegnen“, sagt Schuppener.
Inklusion im Klinikverbund
Die Zahlen belegen, wie wichtig berufliche Teilhabe im Klinikverbund ist. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die Beschäftigungsquote schwerbehinderter und gleichgestellter Menschen 2024 bundesweit bei 4,7 Prozent. Die Bezirkskliniken Mittelfranken erreichten 2024 mit 11,4 Prozent mehr als das Doppelte. Im Mai 2025 arbeiteten rund 400 schwerbehinderte oder gleichgestellte Mitarbeitende im Klinikverbund – bei insgesamt über 3.200 Beschäftigten.
Hinter diesen Zahlen stehen klare Strukturen und feste Ansprechpersonen. Dazu zählen eine Inklusionsvereinbarung, ein etabliertes Betriebliches Eingliederungsmanagement, eine Schwerbehindertenvertretung und die Inklusionsbeauftragte.
Doch Strukturen allein reichen nicht. Erfolgreiche Inklusion erfordert pragmatische Lösungen und Flexibilität.
„Entscheidend ist: Was braucht eine Kollegin oder ein Kollege, um gut arbeiten zu können?“, erklärt Schuppener. „Manchmal ist es ein barrierefreier Arbeitsplatz, manchmal eine technische Hilfe, manchmal Unterstützung bei einer Fortbildung. Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen und gemeinsam Lösungen finden, die im Alltag wirklich helfen.“
Der Inklusionspreis JobErfolg wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zusammen mit dem Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung verliehen. Er ehrt Arbeitgeber, die sich vorbildlich für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzen.