Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt politische Begriffe, gegen die sich auf den ersten Blick kaum etwas einwenden lässt. „Beitragssatzstabilisierungsgesetz“ gehört in diese Kategorie. Wer könnte schon etwas gegen stabile Krankenkassenbeiträge haben?
Doch die entscheidende Frage lautet: Wie soll diese Stabilität erreicht werden? Das Gesetz deckelt ab 2027 die Vergütungssteigerungen für Krankenhäuser. Gleichzeitig erhöhen sich Personal-, Energie- und Sachkosten weiter. Einrichtungen wie die Bezirkskliniken Mittelfranken geraten dadurch unter zusätzlichen wirtschaftlichen Druck. Denn Psychiatrie und Psychosomatik sind Beziehungsmedizin – sie leben vom therapeutischen Gespräch und der Versorgung durch qualifizierte Mitarbeitende. Und das kostet nun einmal Geld.
Das heißt für uns: Künftig müssen wir noch sorgfältiger abwägen, wie wir unsere Mittel einsetzen. Wir müssen uns fragen, wo wir wir Abläufe verbessern, Ressourcen gezielter nutzen und Strukturen anpassen können. Unser Anspruch bleibt dabei unverändert eine hochwertige, flächendeckende Versorgung.
Die Bezirkskliniken Mittelfranken investieren daher trotz angespannter Rahmenbedingungen bewusst in die Zukunft. Am Klinikum am Europakanal schreitet der Generalausbau voran – das erste Stations- und Patientengebäude wird 2027/2028 den Betrieb aufnehmen. Ebenso wie die Sozialpsychiatrische Einrichtung am Bezirksklinikum Ansbach, deren Start wir mit dem Spatenstich im Juli dieses Jahres feiern konnten.
Ein besonderer Meilenstein folgt im November 2026, wenn wir unsere neue Psychosomatische Fachklinik Altmühltal in Treuchtlingen eröffnen. Damit stärken wir die psychosomatische Versorgung in Mittelfranken – und schaffen zugleich ein Angebot, das sich an Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland richtet.
Verantwortung bedeutet aber auch, Bestehendes zu hinterfragen, um es für die Zukunft sicher aufzustellen – wie bei unserem Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR) am Klinikum am Europakanal. Hier arbeiten wir zusammen mit dem Klinikum Nürnberg an einer tragfähigen Lösung, die die neurologische und rehabilitative Versorgung in Mittelfranken langfristig sichert und unseren Mitarbeitenden eine verlässliche Perspektive bietet.
Stabil bleiben im Wandel
Veränderung gehört zur Geschichte unseres Klinikverbunds. Im vergangenen Jahr haben wir das 20-jährige Jubiläum der Bezirkskliniken Mittelfranken als Kommunalunternehmen gefeiert. Wir blickten auf zwei Jahrzehnte zurück, in denen sich medizinische Möglichkeiten, technische Voraussetzungen, gesellschaftliche Erwartungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen immer wieder verändert haben. Dabei blieb unsere Aufgabe immer dieselbe: die flächendeckende Versorgung der Menschen in Mittelfranken zu sichern und an neue Anforderungen anzupassen.
Denn genau das bedeutet Stabilität für uns: Nicht alles beim Alten belassen, sondern auch unter schwierigen Voraussetzungen verlässlich bleiben – und dort neue Wege zu gehen, wo es richtig und notwendig ist. Für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten.
All das gelingt nur dank der Menschen, die in unserem Klinikverbund arbeiten. Ihnen gilt unser besonderer Dank – für ihre Kompetenz, ihr Engagement und ihre Verlässlichkeit, gerade in Zeiten des Wandels.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.
Ihre
Stinne Fronius
Vorständin der Bezirkskliniken Mittelfranken
Dr. Matthias Keilen
Vorstand der Bezirkskliniken Mittelfranken